„Braucht mein Kind eine Zahnspange?“ Diese Frage stellen sich viele Eltern spätestens dann, wenn die ersten bleibenden Zähne durchbrechen. Manchmal stehen einzelne Zähne sichtbar schief, manchmal wirkt der Unterkiefer zu weit vorne oder es ist deutlich zu wenig Platz im Zahnbogen vorhanden.
Nicht jede kleine Unregelmäßigkeit muss sofort behandelt werden. Gleichzeitig kann es sinnvoll sein, bestimmte Zahn- und Kieferfehlstellungen frühzeitig zu erkennen. Eine rechtzeitige kieferorthopädische Kontrolle schafft Klarheit und hilft dabei, den passenden Zeitpunkt für eine mögliche Behandlung nicht zu verpassen.
In unserer Praxis für Kieferorthopädie in Schärding betreuen wir Kinder und Jugendliche mit festen und herausnehmbaren Zahnspangen sowie individuell abgestimmten Behandlungskonzepten. Auch die Gratiszahnspange wird im Rahmen des bestehenden Kassenvertrags angeboten.
Wann braucht ein Kind eine Zahnspange?
Eine Zahnspange kann notwendig sein, wenn die Stellung der Zähne oder das Verhältnis zwischen Ober- und Unterkiefer deutlich von einer normalen Gebissentwicklung abweicht. Solche Fehlstellungen können einzelne Zähne, ganze Zahnreihen oder die Lage der Kiefer zueinander betreffen.
Ob tatsächlich eine Behandlung notwendig ist, lässt sich nicht allein anhand eines schief stehenden Zahnes beurteilen. Entscheidend sind unter anderem der Biss, die Platzverhältnisse, das Wachstum des Kiefers und die weitere Entwicklung des Gebisses. Die genaue Beurteilung erfolgt daher immer im Rahmen einer persönlichen Untersuchung.
Hinweise, bei denen eine kieferorthopädische Kontrolle sinnvoll sein kann, sind beispielsweise:
- deutlich übereinanderstehende oder gedrehte Zähne
- sichtbarer Platzmangel im Ober- oder Unterkiefer
- ein ausgeprägter Überbiss
- ein Kreuzbiss oder Vorbiss
- Zähne, die beim Zubeißen nicht richtig aufeinandertreffen
- Schwierigkeiten beim Abbeißen oder Kauen
- auffällige Abweichungen in der Kieferentwicklung
Auch wenn keine dieser Veränderungen besonders ausgeprägt erscheint, kann eine Kontrolle sinnvoll sein. Nicht jede Fehlstellung ist für Eltern auf den ersten Blick erkennbar.
Ab welchem Alter sollte mein Kind zur Kieferorthopädie?
Ein allgemeingültiges Alter für die erste kieferorthopädische Untersuchung gibt es nicht. Der richtige Zeitpunkt hängt immer von der individuellen Entwicklung des Kindes und der Art der Fehlstellung ab.
Bei bestimmten ausgeprägten Kieferfehlstellungen kann bereits im Milchgebiss oder frühen Wechselgebiss eine Behandlung sinnvoll sein. In Österreich beginnt eine sogenannte interzeptive Frühbehandlung in der Regel vor dem vollendeten zehnten Lebensjahr. Sie kommt allerdings nur bei bestimmten medizinisch relevanten Fehlstellungen infrage. Dazu zählen beispielsweise ausgeprägte Kreuzbisse, offene Bisse oder starke Abweichungen zwischen Ober- und Unterkiefer.
Die klassische kieferorthopädische Hauptbehandlung beginnt häufig später, wenn bereits ein Großteil der bleibenden Zähne vorhanden ist. Entscheidend ist weniger das genaue Alter als vielmehr der Entwicklungsstand des Gebisses.
Eine frühzeitige Kontrolle bedeutet daher nicht automatisch, dass sofort eine Zahnspange eingesetzt wird. Häufig genügt es zunächst, die weitere Entwicklung regelmäßig zu beobachten.
Was passiert bei der ersten kieferorthopädischen Untersuchung?
Beim ersten Termin steht zunächst die genaue Beurteilung der Zahn- und Kieferstellung im Mittelpunkt. Dabei werden die Stellung der Zähne, der Zusammenbiss sowie die Entwicklung von Ober- und Unterkiefer kontrolliert.
Je nach Ausgangssituation können weitere diagnostische Schritte notwendig sein. Dazu gehören beispielsweise Fotos, Zahnmodelle, ein Bissregistrat oder Röntgenaufnahmen. Auf Grundlage dieser Untersuchungen wird entschieden, ob aktuell eine Behandlung erforderlich ist oder ob zunächst weitere Kontrollen ausreichen.
Eltern erhalten dabei verständliche Antworten auf zentrale Fragen:
- Liegt tatsächlich eine behandlungsbedürftige Fehlstellung vor?
- Sollte die Behandlung sofort oder erst später beginnen?
- Welche Zahnspange ist für mein Kind geeignet?
- Wie lange könnte die Behandlung ungefähr dauern?
- Welche Kosten werden von der Krankenversicherung übernommen?
Ziel ist ein nachvollziehbarer Behandlungsplan, der zur jeweiligen Entwicklung des Kindes passt.
Lose oder feste Zahnspange: Was ist besser für Kinder?
Welche Zahnspange verwendet wird, hängt von der Art der Fehlstellung, dem Alter des Kindes und dem jeweiligen Behandlungsziel ab. Eine pauschal „beste“ Zahnspange gibt es nicht.
Herausnehmbare Zahnspange
Eine lose Zahnspange kann unter anderem dazu eingesetzt werden, das Wachstum der Kiefer zu beeinflussen oder Platzverhältnisse zu verbessern. Sie kann zum Essen, Zähneputzen oder Sport herausgenommen werden.
Damit die Behandlung funktioniert, muss die Spange allerdings konsequent nach den vereinbarten Vorgaben getragen werden. Wird sie nur unregelmäßig eingesetzt, können sich die Behandlungsdauer und das Ergebnis negativ verändern.
Am Standort Schärding werden auch funktionskieferorthopädische Geräte wie Aktivator oder Bionator eingesetzt. Herausnehmbare Behandlungsgeräte werden individuell im Zahnlabor Büscher angefertigt und an die jeweilige Situation angepasst.
Festsitzende Zahnspange
Bei einer festen Zahnspange werden sogenannte Brackets direkt auf den Zähnen befestigt und durch Bögen miteinander verbunden. Dadurch können einzelne Zähne gezielt und kontinuierlich bewegt werden.
Festsitzende Zahnspangen eignen sich besonders für komplexere Zahnbewegungen. Da sie nicht herausgenommen werden können, wirken sie dauerhaft. Gleichzeitig ist eine sorgfältige Mundhygiene besonders wichtig, da sich Speisereste rund um Brackets und Drähte leichter festsetzen können.
Aligner für Jugendliche
Aligner sind transparente, herausnehmbare Zahnschienen. Sie werden individuell angefertigt und in regelmäßigen Abständen gewechselt. Damit die geplanten Zahnbewegungen erreicht werden können, müssen sie einen Großteil des Tages getragen werden.
Ob Aligner für ein Kind oder einen Jugendlichen geeignet sind, hängt von der Fehlstellung und der persönlichen Mitarbeit ab. Nicht jede Zahn- oder Kieferfehlstellung lässt sich ausschließlich mit transparenten Schienen behandeln.
Was ist die Gratiszahnspange?
Die Gratiszahnspange ist eine Leistung der österreichischen Sozialversicherung für Kinder und Jugendliche mit bestimmten schweren Zahn- oder Kieferfehlstellungen.
Ob ein Anspruch besteht, wird anhand des internationalen IOTN-Indexes beurteilt. Dieser teilt Fehlstellungen in fünf Schweregrade ein. Bei den Schweregraden IOTN 4 oder 5 liegt grundsätzlich eine medizinische Notwendigkeit vor, die einen Anspruch auf die Gratiszahnspange begründen kann.
Für die festsitzende Gratiszahnspange muss die Behandlung vor Vollendung des 18. Lebensjahres beginnen. Die Leistung umfasst unter anderem die notwendige Diagnostik, die Behandlungsplanung, Metallbrackets, Bögen, erforderliche Kontrollen und die erstmalige Anfertigung geeigneter Retainer nach Abschluss der Behandlung.
Rein kosmetische Zusatzwünsche wie Keramikbrackets, zahnfarbene Bögen oder innenliegende Zahnspangen sind in der regulären Kassenleistung nicht enthalten und können zusätzliche Kosten verursachen. Welche Möglichkeiten im Einzelfall bestehen, sollte deshalb bereits vor Behandlungsbeginn geklärt werden.
Was kostet eine Zahnspange für Kinder?
Die Kosten hängen von mehreren Faktoren ab:
- Schweregrad der Fehlstellung
- Art der Zahnspange
- Dauer und Umfang der Behandlung
- Anspruch auf eine Kassenleistung
- mögliche private Zusatzleistungen
Sind die Voraussetzungen für die Gratiszahnspange erfüllt und erfolgt die Behandlung bei einer entsprechenden Vertragspraxis, werden die vorgesehenen Leistungen von der Krankenversicherung übernommen.
Liegt keine Fehlstellung der Schweregrade IOTN 4 oder 5 vor, kann je nach Behandlung und Versicherung dennoch ein Kostenzuschuss möglich sein. Wichtig ist, dass eine notwendige Bewilligung vor Beginn der Behandlung eingeholt wird.
Eltern sollten sich vorab einen transparenten Behandlungs- und Kostenplan erklären lassen. So ist klar ersichtlich, welche Leistungen von der Krankenversicherung übernommen werden und bei welchen Varianten zusätzliche Kosten entstehen können.
Wie lange dauert eine Zahnspangenbehandlung?
Die Behandlungsdauer ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Sie hängt unter anderem von der Fehlstellung, dem Wachstum, der verwendeten Zahnspange und der Mitarbeit des Kindes ab.
Bei einer losen Zahnspange ist entscheidend, wie konsequent sie getragen wird. Bei festen Zahnspangen spielen die regelmäßigen Kontrolltermine und eine gute Mundhygiene eine wichtige Rolle. Auch das Einhalten vereinbarter Anweisungen, beispielsweise das Tragen zusätzlicher Gummizüge, kann den Behandlungsverlauf beeinflussen.
Nach der aktiven Behandlung folgt meist eine sogenannte Retentionsphase. Dabei wird das erreichte Ergebnis mit einem Retainer oder einer herausnehmbaren Haltespange stabilisiert. Ohne diese Phase können sich Zähne erneut verschieben.
Zähneputzen mit Zahnspange: Darauf kommt es an
Eine gründliche Zahnpflege ist während einer kieferorthopädischen Behandlung besonders wichtig. Vor allem bei festen Zahnspangen entstehen rund um Brackets und Drähte zusätzliche Stellen, an denen sich Zahnbelag sammeln kann.
Kinder sollten ihre Zähne deshalb sorgfältig und regelmäßig putzen. Spezielle Zwischenraumbürsten können dabei helfen, schwer erreichbare Bereiche rund um die Brackets zu reinigen. Auch regelmäßige zahnärztliche Kontrollen bleiben während der kieferorthopädischen Behandlung wichtig.
Herausnehmbare Zahnspangen sollten ebenfalls regelmäßig gereinigt und außerhalb des Mundes sicher in einer geeigneten Box aufbewahrt werden.
Zahnspange für Kinder in Schärding: Individuelle Beratung statt Standardlösung
Jedes Kind entwickelt sich anders. Deshalb sollte auch eine kieferorthopädische Behandlung niemals nach einem starren Schema erfolgen.
Am Standort Schärding begleitet Dr. Eva Büscher Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Bereich der Kieferorthopädie. Zum Angebot gehören feste und herausnehmbare Zahnspangen, Aligner sowie die Gratiszahnspange im Rahmen des Kassenvertrags.
Bei einer persönlichen Untersuchung lässt sich feststellen, ob bereits eine Behandlung notwendig ist, welche Zahnspange infrage kommt und wann der beste Zeitpunkt für den Start ist.
Häufige Fragen zur Zahnspange für Kinder
Muss jedes Kind mit schiefen Zähnen eine Zahnspange tragen?
Nein. Einzelne schiefe Zähne bedeuten nicht automatisch, dass eine kieferorthopädische Behandlung notwendig ist. Entscheidend sind der Schweregrad, der Biss, die Funktion und die weitere Gebissentwicklung.
Kann eine Zahnspange zu früh eingesetzt werden?
Ja. Beginnt eine Behandlung zum falschen Zeitpunkt, kann sie unnötig lange dauern oder muss später nochmals ergänzt werden. Deshalb ist eine fachliche Beurteilung des Entwicklungsstandes wichtig.
Ist eine lose Zahnspange ausreichend?
Das hängt von der Fehlstellung ab. Bei manchen Kindern reicht eine herausnehmbare Zahnspange aus. Bei komplexeren Zahnbewegungen kann später zusätzlich eine feste Zahnspange erforderlich sein.
Ist die Gratiszahnspange wirklich kostenlos?
Bei Vorliegen der festgelegten Voraussetzungen werden die vorgesehenen Kassenleistungen ohne Zuzahlung übernommen. Zusätzliche kosmetische Wünsche oder Sondervarianten können allerdings privat zu bezahlen sein.
Können auch Erwachsene eine Zahnspange tragen?
Ja. Eine kieferorthopädische Behandlung ist grundsätzlich auch im Erwachsenenalter möglich. Je nach Fehlstellung kommen feste Zahnspangen oder transparente Aligner infrage. Die Gratiszahnspange richtet sich jedoch an Kinder und Jugendliche, deren Behandlung rechtzeitig vor dem 18. Geburtstag beginnt.
Kompetente Beratung
Sie sind unsicher, ob Ihr Kind eine Zahnspange benötigt?
Bei einer persönlichen Untersuchung in unserer Praxis in Schärding beurteilen wir die Zahn- und Kieferentwicklung und erklären Ihnen verständlich, ob und wann eine Behandlung sinnvoll ist.
Vereinbaren Sie einen Beratungstermin unter +43 7712 60 282 oder nutzen Sie das Kontaktformular auf unserer Website. Die Praxis befindet sich in der Ludwig-Pfliegl-Gasse 29 in 4780 Schärding.